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Chinesisches Teeservice: traditionell und schön
Ein chinesisches Teeservice ist Bestandteil einer der schönsten chinesischen Zeremonien, der Teezeremonie. Dieser Teil asiatischer Kultur findet auch im nicht-asiatischen Raum immer mehr Anhänger.
Veröffentlicht am 22. 2010Seit wann in China Tee angebaut wird, ist nicht genau bekannt. Sicher ist jedoch, dass es bereits im Jahr 221 v. Chr. eine Teesteuer gab. Mit dem Teeanbau entwickelte sich die älteste Teekultur der Welt, die von den Chinesen selbst als Teekunst bezeichnet wird. Andere Kulturen wie Japan haben auf dieser Grundlage ihre eigenen Teezeremonien weiterentwickelt. Während die Teebereitung in Japan übermäßig stark ritualisiert und verfeinert wurde, ist sie in China trotz der negativen Auswirkungen der Kulturrevolution auf alte Traditionen stärker in der gesamten Bevölkerung verwurzelt.
Der Unterschied einer chinesischen Teezeremonie zu einer deutschen Kaffeestunde könnte kaum größer sein. Der Teemeister reinigt zuerst Teeschalen und Kanne mit heißem Wasser. Anschließend füllt er die Kanne mit Teeblättern und übergießt sie mit kochendem Wasser. In China wird dieser erste Aufguss als „Aufguss des guten Geruchs" bezeichnet und hat nur die Aufgabe, die Teeblätter zu öffnen. Er wird traditionell nicht getrunken. Nach dem Abgießen wird die Kanne ein zweites Mal mit heißen Wasser aufgegossen, zieht 10 bis 30 Sekunden, und dieser „Aufguss des guten Geschmacks" wird getrunken. Der Tee wird reihum schichtweise in die Teeschalen gegossen, um jedem Gast die gleiche Aufgussqualität anzubieten. Dieselben Teeblättern werden immer wieder aufgegossen – bei guter Qualität bis zu 15 Mal – und voller Ruhe genossen. Jeder folgende Aufguss zieht 10 Sekunden länger als der vorhergehende und schmeckt anders.
Die Zeremonie um den Tee und das Teetrinken sind in China von großer sozialer Bedeutung: Gästen wird zum Zeichen der Wertschätzung Tee angeboten, die jüngere Generation reicht der Älteren den Tee als Zeichen der Ehrerbietung.
Wie schon der Teeanbau stammt die Kunst der Porzellanherstellung aus China. Nachdem es zunächst nur einfachste Teeschalen gab, wurde ein chinesisches Teeservice später aus feinstem Porzellan gefertigt und zum Sammlerstück. Die Teeschalen sind traditionell so dünn, dass man die Zeitung hindurch lesen kann.
Ein chinesisches Teeservice enthält neben den Teeschalen eher kleine Kannen, die sich besonders für diejenigen Tees eignen, die mehrmals aufgegossen werden können. Kanne und Schalen werden gern mit Reliefs, beispielsweise dem chinesischen Drachen, versehen oder kunstfertig bemalt. Es gibt Kannen, deren Griff und Dekor aus buntem Glas bestehen, während die restliche Kanne aus weißen Porzellan gearbeitet ist.