• Globalisierung macht interkulturelles Training nötig

    Der Arbeitsmarkt hat sich radikal gewandelt. Multinationale Konzerne nötigen die Wirtschaft, international zu kommunizieren. Interkulturelles Training liefert die nötigen Instrumente.

    Veröffentlicht am 13. 2010

    Interkulturelles Training ist nicht länger einfach nur ein luxuriöses Extra, dass sich einige große, global arbeitende Konzerne leisten. Heutzutage gibt es ab einer gewissen Größe keine Firma mehr, die nicht wichtige Kontakte ins Ausland hätte, sei es, um die eigenen Produkte zu exportieren, sei es, um Rohstoffe zu importieren. Zusätzlich gibt es noch Branchen, wie zum Beispiel die IT-Dienstleistungsbranche, die zunehmend Mitarbeiter aus dem außereuropäischen Ausland einstellen.

    In all diesen Fällen kommt es zwangsläufig früher oder später zu einem kommunikativen Aufeinandertreffen verschiedener Kulturen, von denen jede ihre eigenen impliziten Regeln und Gebräuche hat. In diesem Spannungsfeld können leicht kulturell bedingte Missverständnisse auftreten, die einem reibungslosen Geschäftsablauf und manchmal sogar ganze Geschäftsabschlüsse gefährden können. Damit es zu solchen Situationen gar nicht erst kommt, sollte jedes Unternehmen, das existenziell von guten Kontakten ins Ausland lebt, interkulturelles Training als unabdingbaren Bestandteil in die innerbetriebliche Weiterbildungsstruktur aufnehmen und seinen Mitarbeitern zu Verfügung stellen. In größeren Unternehmen lohnt es sich, hierfür eine eigene Planstelle zu schaffen, die dann oft mit Psychologen oder Anthropologen, oder auch Absolventen neuerer Studienabschlüsse wie Internationale Beziehungen besetzt werden. Doch selbst wenn eine solche spezifische Stelle nicht einzurichten ist, oder sich nicht rentieren würde, ist es dennoch möglich, interkulturelles Training als verbindliches Angebot zu etablieren, in dem man sich externe Trainer ins Haus holt oder die entsprechenden Mitarbeiter auf Schulungen schickt.

    In beiden Fällen ist das Ziel, die Mitarbeiter im Umgang mit Menschen aus verschiedenen Kulturkreisen zu schulen. Dabei liegt das besondere Augenmerk auf angemessenem Verhalten und produktiver Kommunikation, aber auch auf tiefer liegenden Perspektiven wie Fragen nach der eigenen Identität und kulturellen Prägung. Die so in Gang kommenden Prozesse der Auseinandersetzung mit der eigenen Positionierung führen beim Mitarbeiter ganz allgemein zu einer zunehmenden Sensibilisierung, die dem ganzen Unternehmensklima zugutekommen kann – anders ausgedrückt: Das interkulturelle Training kultiviert eine interkulturelle Kompetenz, die sich aber auch in einer Zunahme der gesamten sozialen Kompetenz eines Mitarbeiters ausdrückt, sowie in seiner Sach- und Selbstkompetenz.