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Ein chinesisches Teeservice bezeugt Teekennerschaft
Für jeden, der seinen Tee nicht nur nebenbei trinkt, sondern eine kleine Zeremonie daraus macht, ist ein chinesisches Teeservice ein unabdingbarer Bestandteil echter Teekultur. Ein Blick in seine Geschichte zeigt, warum.
Veröffentlicht am 07. Dezember 2009China ist die ursprüngliche Heimat des Porzellans. Seit seiner ursprünglichen Entstehung in diesem asiatischen Land hat die Gestaltung des Porzellans dort eine lange, fruchtbare Historie erlebt. Auch das Teetrinken ist eine typisch chinesische Angelegenheit, was man bis heute nicht zuletzt in den einzigartigen Teesorten, die dieses Land exportiert, ablesen kann. Ein chinesisches Teeservice vereint diese beiden chinesischen Traditionen an einer feinen Kombination aus jahrhundertealtem Wissen über die Eigenschaften des Porzellans – oder auch der Keramik – mit dem über Generationen überlieferten Wissen über Tee-Zubereitung und Teegenuss.
Wer ein wenig mehr über die Geschichte des chinesischen Porzellans weiß, wird seinen Gebrauch um so mehr genießen. Das erste uns bekannte, chinesische Porzellan – eine Vase in erstaunlich intaktem Zustand - wurde während einer archäologischen Ausgrabung in Zhejiang-Provinz gefunden und stammt vermutlich aus der Donghan-Dynastie (23 - 220 n.c.). Schon dieses Porzellan war sehr zart, mit glänzender Oberflächenstruktur – was von einem recht weit entwickelten Glasurverfahren zeugt – und in der Form außerordentlich fingerfertig ausgeformt. Auch andere Funde deuten darauf hin, dass die Provinz Zhejiang in der Rolle der Porzellanmanufaktur in China führend war.
Im Norden des großen Landes wurde wohl erst ab der zweiten Hälfte des Jahres 500 Porzellan hergestellt und die von dort kommenden Produkte waren denen des Südens auch über die folgenden Jahrhunderte an Qualität, handwerklichem Geschick und Beliebtheit weit unterlegen. Das führte nicht zuletzt dazu, dass der Norden sich im Hinblick auf die Porzellanherstellung auf Gebrauchsgegenstände konzentrierte, wie wir sie hierzulande historisch hauptsächlich aus Keramik ausgeführt haben: Schüsseln, Töpfe und Becher waren die meistproduzierten Gegenstände. Zunächst war in der nördlichen Hälfte des Landes das Porzellan nicht etwa weiß, wie wir es heute kennen, sondern eher von einem bronzenen bis grauen Farbton. Diese Verschiedenheit liegt am Eisengehalt des Materials. Nur Porzellan mit sehr geringem Eisengehalt kann weiß wirken.
Bis etwa in das Jahr 900 behielt man diese Differenz bei, dann entstand auch im Norden eine eigene, weiße Porzellankultur, quasi über den Umweg der Farbe Blau: Auf weißen Grund wurden die bis heute weltberühmten blauen Blütenmuster gemalt, die auch chinesisches Teeservice noch häufig zieren, und die besonders in Europa sehr beliebt wurden.