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Klimaveränderung: Braucht bald jeder ein CO2-Messgerät?
CO2 ist zur Zeit das Molekül, das am meisten Ängste erzeugt. Autos, Maschinen und viele andere Produkte werden zunehmend danach beurteilt, wie viel CO2 sie in die Atmosphäre ausstoßen. Braucht man ein Messgerät?
Veröffentlicht am 20. 2010Immer wieder hört man von der steigenden CO2-Konzentration der Atmosphäre. Abgase von Fabriken, Autos – selbst Menschen und Tiere stoßen durch die Atmung immer mehr Kohlendioxid in die Luft aus. Es entsteht der Eindruck, als würden Kohlendioxid-Messgeräte bald in jedem Haushalt stehen.
So schlimm ist es aber (noch) nicht. Der Kohlendioxid-Gehalt der Atmosphäre steigt zwar, allerdings nicht in einem Maß, das für die Gesundheit direkte Folgen hätte. Morgens vor dem Lüften ist wesentlich mehr CO2 in der Schlafzimmer-Luft, als die Atmosphäre auch bei den düstersten Klima-Szenarien aufweisen könnte. Das Kohlendioxid in der Atmosphäre ist nicht problematisch, weil wir es einatmen, sondern weil es sich wie eine Daunendecke über unser Klima legt und die Hitze darunter ansteigt.
Kohlendioxid-Messgeräte werden nicht draußen, sondern in geschlossenen Räumen eingesetzt, in denen organische Prozesse ablaufen. Das können lebensmittelverarbeitende Betriebe sein, Chemische Werke, oder Industrie-Anlagen, in denen offenes Feuer brennt. Hier überprüfen CO2-Messgeräte, ob die Konzentration von Kohlendioxid in der Luft – der Atemluft des Personals – nicht zu hoch steigt. Steigt der Anteil von Kohlendioxid zu sehr an, kann das Messgerät entweder ein Signal geben oder direkt eine Lüftungsanlage starten. So kann man verhindern, dass bei den Angestellten gesundheitliche Schäden auftreten. Würde die Lüftung ständig laufen, wäre der Energieverbrauch wesentlich größer, besonders im Winter, wenn die zugeführte Luft auch noch erwärmt werden muss.
Kleinere CO2-Messgeräte werden in Aquarien und Teichen eingesetzt. Diese kleinen, isolierten Ökosysteme sind sehr instabil: Damit die Kohlendioxid-Konzentration sich nicht zu stark ändert und der pH-Wert in Bereiche ausschlägt, in denen es für Wasserpflanzen oder Fische gefährlich wird, kann ein solches Gerät einen Stromkreis unterbrechen oder einschalten. Die angeschlossene Sauerstoff- oder Kohlendioxid-Pumpe schaltet sich dann ein und bringt den pH-Wert wieder in den gewünschten Bereich. So kann die optimale Umgebung für Pflanzen und Tiere automatisch geregelt werden. Solche Kohlendioxid-Messgeräte kosten um die hundert Euro.